Freenas 8.2 Beta 3 mit neuer Plugin-Struktur

Am 19. April ist die 3. Beta für FreeNAS 8.2 erschienen, die eine neue Plugin-Struktur mitbringt. Diese soll nun Stabil bleiben, sodass Plugins auch nach FreeNAS-Updates ohne Anpassungen weiter verwendet werden können. Für Produktivsysteme ist es immer noch nicht geeignet, wenn man aber eigene Plugins schreiben will, ist es nun langsam Zeit, es sich genauer anzuschauen. Fertige Plugins gibt es laut Releasenotes für Bittorrent, DLNA/uPNP (dafür gibt es auch mit FreeNAS 8.0.4 MM schon eine Lösung) sowie iTunes, die in der Beta bereits installiert werden können.

Mit FreeNAS 8.2 gibt es auch Neuerung an der ZFS-Einbindung sowie Verbesserungen an der Benutzeroberfläche. FreeNAS erreicht damit weitgehend den Stand der Version 0.7.x, welches auch schon mehr Multimedia-Funktionen beinhaltete und nicht so rein auf den NAS-Einsatz ausgelegt ist wie FreeNAS 8.0.2. Wer FreeNAS 8.2 Beta 3 ausprobieren möchte, bekommt den Download auf der Webseite des FreeNAS-Projekts.

Freenas 8.2.x: Beta, neue Funktionen, Plugin-System

Transmission als Plugin in FreeNAS
Transmission als Plugin in FreeNAS
Freenas 8.2 liegt derzeit in einer zweiten Beta-Version vor und soll voraussichtlich im Mai final erscheinen. Wesentliche Änderung neben des wechsels auf FreeBSD 8.2 als Unterbau ist die Unterstützung von Plugins, sodass verschiedene Software (darunter auch minidlna für Medien-Support). Ein Upgrade von einer bestehenden Freenas 8.0.4-Installation soll problemlos möglich sein, von der Verwendung der Beta-Version auf einer produktiven Maschine mit Daten ist abzuraten.

Ich habe mir das neue System schon einmal angeschaut. Plugins werden als PBI-Dateien verteilt, zuerst muss jedoch das Plugin-System aktiviert werden. Eine Anleitung dazu gibt es im Freenas-Wiki, weswegen ich das hier nicht noch einmal ausführe. Derzeit gibt es nur drei Plugins: minidlna (für DLNA-Support), transmission (als Bittorrent-Client) und firefly als iTunes-Server (auch wenn die Versionen anscheinend nicht mehr weiter entwickelt wird).

Ich habe zuerst einmal versucht, transmission einzurichten – aber anscheinend gibt es allgemein noch Probleme, zumindest in meiner Testinstallation (realisiert via VirtualBox 4.1.10) hat es nicht funktioniert (kein Zugriff auf transmission), was allerdings auch an der Installation selbst liegen kann. Das wird man auf einem Live-System sehen müssen – aber gerade bei einem NAS sollte man nicht mit dem Betriebssystem herumspielen, wenn einem die Daten lieb sind 😉

Transmission als Plugin in FreeNAS

Freenas 8.0.x Multimedia: DLNA einrichten

Im Gegensatz zu Freenas 0.7.x bringt Freenas 8.0.x bisher keinen DLNA-Spport. Dies hat sich jetzt zwar mit dem „Multimedia“-Build. Vom regulären Freenas kann ohne weiteres auf „Multimedia“ geupdatet werden (auch wenn vorher die gleiche Version eingesetzt wurde, z.B. von Freenas 8.0.3-p1 auf 8.0.3-p1-Multimedia. Wenn das geschafft ist (also eine Variante mit Multimedia-Support läuft) muss DLNA nur noch aktiviert werden – eingesetzt wird minidlna.

Zuerst muss das System auf dem USB-Stick (oder wo auch immer Freenas installiert ist), mit Schreibzugriff gemountet werden:

mount -wu /

Nun muss auf dem Datenpool ein entsprechendes Verzeichnis angelegt werden, in dem später die minidlna-Config untergebracht wird und wo die Caches für Vorschaubilder liegen etc. „pool“ muss dabei an die Gegenbenheiten des eigenen Systems angepasst werden (in meinem Fall heißt das Laufwerk „Daten“).

mkdir -p /mnt/pool/dlna/var/db/minidlna
cd /mnt/pool/dlna

Nun die Grundkonfiguration in das neu erstelle Verzeichnis kopieren und im Editor öffnen:

cp /conf/base/etc/local/minidlna.conf .
ee minidlna.conf

In der minidlna.conf gibt es verschiedene Einträge, für Bilder, Videos und Musik (oder einer Kombination daraus). Dort muss jeweils das richtige Verzeichnis angegeben werden sowie ein Name für den DLNA-Server konfiguriert werden (weitere Möglichkeiten kann man der Datei entnehmen), z.B.:

media_dir=V,/mnt/pool/movies
media_dir=A,/mnt/pool/music
media_dir=P,/mnt/pool/photos
friendly_name=Media Server

Um minidlna bei jedem Start zu laden, muss es in der rc.conf aktiviert werden:

cd /conf/base/etc
ee rc.conf

Dort den entsprechenden Eintrag von „NO“ auf „YES“ ändern:

minidlna_enable="YES"
minidlna_flags="-f /mnt/pool/dlna/minidlna.conf"

Das wars – wenn alles richtig gelaufen ist, taucht nach einem Neustart ein DLNA-Server im Netzwerk auf. Leider erkennt minidlna neue Dateien nicht automatisch und muss deshalb regelmäßig neu gestartet werden. Der Befehl dafür:

service minidlna restart

Ich habe mir das in einen Cronjob gepackt, einmal pro Tag um 04:30 ausgeführt wird – wenn man einen neu hinzugefügten Film sofort sehen will, muss man minidlna von Hand neu starten, lässt man den Cronjob jedoch häufiger laufen unterbricht das den Film/Musikgenuss. Ob dies in Zukunft geändert werden kann, ist noch offen. Außerdem soll es in zukünftigen Freenas-Version (ab 8.2.x) möglich sein, DLNA direkt über das Webinterface zu konfigurieren. Quelle für diese kurze Anleitung ist der entsprechende Thread im Freenas-Forum: dort wird auch beschrieben, wie man Bittorrent und iTunes-Support aktivieren kann.

Update:FreeNAS 8.2.0 ist erschienen, welches minidlna als Plugin mitbringt. Wie dies am besten Konfiguriert werden kann beschreibe ich im entsprechenden Blog-Eintrag: minidlna.conf-Tuning unter FreeNAS.

Update 2: Wer ein komplett neues FreeNAS-System aufsetzen will, findet vielleicht eine hilfreiche Anregung in meiner Einkaufsliste für ein NAS auf Basis des HP N40L Microservers. Für rund 500 Euro bekommt man ein erweiterbares System, welches genug Leistung für verschiedene Anwendungen hat – darunter auch einen minidlna-Server.