ZTE MU5001 & Freenet FUNK: perfekt für „Mobile Work“?

Wer nicht nur im Homeoffice, sondern wirklich mobil arbeiten will, braucht zuverlässigen Internetzugang. Zwar sind viele Airbnb mit WLAN ausgestattet, aber ob dies den Anforderungen entspricht lässt sich meist nicht zuverlässig im Vorfeld ermitteln. Noch schwieriger wird es, wenn man mit einem Van oder gar Zelt unterwegs ist.

ZTE MU5001: 5G Mobilfunk-Router mit Wifi-6-Support & Akku

Eine Lösung, abgesehen vom Tethering über das eigene Smartphone (was meist nicht 100% stabil funktioniert) ist ein mobiler Hotspot mit dem passenden Vertrag. Bei meiner Recherche bin ich auf den ZTE MU5001 Hotspot gestoßen, der alle Anforderungen an eine mobile Internet-Lösung erfüllt:

  • Qualcomm X55 Modem mit Unterstützung für alle gängigen Frequenzbänder für UTMS, LTE & 5G
  • WiFi 6 (2,4 & 5 GHz) für bis zu 30 Geräte
  • eigener Akku, um kein anderes Gerät zu belasten
  • externer Antennenanschluss (TS-9) um den Empfang zu verbessern
  • kein SIM-Lock oder andere Bindung an einen Provider
Anschlüsse für externe Antennen am ZTE MU5001

Preislich liegt das Gerät bei um die 300,-€ und kann z.B. bei der Telekom oder anderen Shops bezogen werden. Nicht günstig für ein Gerät, welches im Prinzip ein spezialisiertes Handy darstellt (wozu auch die Maße passen mit 7,3 cm Breite, 1,8cm Dicke und 13,3cm Länge bei 220g Gewicht), dafür wird die Bandbreite komplett weitergegeben und bis zu 30 Geräte können auch untereinander kommunizieren (wie eben bei einem klassischen WLAN-Router).

Neben dem bereits erwähnten Akku, der mit 4.500 mAh für eine Laufzeit von 350 Stunden sorgen soll (was in der Praxis nur im Standby klappt, einen Arbeitstag schafft man aber) gibt es als Besonderheiten noch einen USB-C-Anschluss (über den der Router auch als „Modem“ erkannt wird und eine LAN-Buchse, mit der man ein bestehendes Netzwerk einfach erweitern kann.

Alles in Allem ist der ZTE MU5001 ein solider Mobilfunk-Router, der alles mitbringt was man braucht, um unterwegs ein WLAN zu realisieren. Preislich ist das Gerät aufgrund der 5G-Unterstützung (die für diesen Einsatzzweck auch sinnvoll ist) deutlich günstiger als die Mitbewerber. Bleibt nur die Suche nach einem passendem Mobilfunk-Tarif, hier wird es schwierig.

Mobilfunk ohne Volumenbeschränkung

Will man ohne Reue (und Sorgen) mobil arbeiten, benötigt man etwas mehr Datenvolumen als der Durchschnittliche Handynutzer: in meinem konkreten Fall werden rund 75 GB Volumen pro Monat fällig, wenn ich alles, was ich sonst über meinen normalen VDSL-Anschluss der Telekom abwickele, über das Mobilfunknetz laufen lasse. Dabei sind abendliche Filmsessions bei Netflix & Co. noch nicht einmal inkludiert. Das ganze muss zudem schnell genug sein, um auch in Teams-Calls nicht unangenehm aufzufallen.

Der Markt der Tarife ohne Volumenbegrenzung ist eher überschaubar: die Telekom bietet einen entsprechenden Tarif mit dem MagentaMobil XL für 84,95€/Monat, Vodafone den GigaMobil XL für 79,99€/Monat und O2 den Free Unlimited Max für 59,99€/Monat. Alle diese Tarife bieten 5G und 500 Mbit/s maximale Geschwindigkeit.

Der Überschrift ist es schon zu entnehmen, ich habe mich für keinen dieser doch recht teuren Tarife entschieden. Nachdem ich noch in den Genuss des MagentaEins Unlimited mit 100 MBit/s im 5G-Netz der Telekom gekommen bin (der auch nicht lange gehalten hat, immerhin aber anders als der MagentaEins Plus nicht komplett eingestellt wurde und für Bestandskunden weiter verwendet werden kann) – ich war also prinzipiell auf der Suche nach einem Tarif in einem anderen Netz, um die Abdeckung zu verbessern.

An diesem Punkt kam Freenet FUNK ins Spiel: ein „moderner“ Tarif im Telefonica-Netz, der zwar auf LTE beschränkt ist (zumindest derzeit noch, die Gerüchteküche köchelt da immer wieder ein wenig ob & wann freenet auch das 5G-Netz nutzen darf), aber immerhin maximal 225 Mbit/s bietet und damit schneller ist, als mein Telekom-Tarif im 5G-Netz (da die Telekom hier etwas knauserig bei der Bandbreite ist).

Die AGB haben keinen expliziten Ausschluss sondern sprechen nur davon, dass Freenet FUNK auf „allen mobilen Geräten“ genutzt werden kann und auch Hotspots eingerichtet werden können – da ist der ZTE MU5001 als mobiler Hotspot mit Akku ja eigentlich das absolut passende Gerät.

Freenet Funk erlaubt explizit das einrichten von Hotspots, Quelle: freenet-funk.de, Stand: 03.09.2022

Das Datenvolumen ist zudem in Deutschland unlimitiert (für 99,- Cent/Tag) oder auf 1 GB beschränkt (dann für 69,- Cent/Tag). Im Roaming (außer Schweiz) steht pro Tag prinzipiell nur 1 GB zur Verfügung, danach wird auf unbrauchbare 32 kBit/s gedrosselt.

Hier sei auch die Besonderheit von FUNK erwähnt: der Vertrag wird jeweils Tageweise abgerechnet und die einzige Zahlart, die zur Verfügung steht ist PayPal. Beides kann für einige ein No-Go sein, zumindest erhöht es die Buchungen die auf dem eigenen Konto stattfinden deutlich (außer man lädt Paypal-Guthaben auf, dann müsste es zuerst einmal davon bezahlt werden – das habe ich aber selbst nicht ausprobiert).

Beim Unlimited-Tarif von FUNK ist der Name Programm: es gibt keine Limitierung des Datenvolumens, auch Volumina von gut 100 GB pro Monat führen nicht zu einer Kündigung. Perfekt also, um entweder als Ausweich-Internet (wenn die Festnetz-Leitung der Telekom einmal nicht funktioniert) zu dienen oder als alleinigen Internet-Anschluss (unterwegs, in der Ferienwohnung etc.). Für maximal 31,-€/Monat und 225 Mbit/s unter optimalen Bedingungen (die hier in München auch erreicht werden) ist es selbst für einen normalen DSL-Anschluss günstig, wenn man die Anschaffung des Routers ausklammert.

Was sind eure Erfahrungen & Lösungen für mobiles Internet? Das einzige was mir am ZTE MU5001 fehlt ist die Möglichkeit, eine zweite SIM-Karte zu verwenden. Mit einem Multi-SIM Support wäre die Abdeckung ohne wechseln der SIM-Karte noch einmal besser. Auch eSIM für die Nutzung im Ausland mit den entsprechenden Services wie Airalo wäre sehr praktisch, wird aber vermutlich noch etwas dauern bis so etwas möglich ist. Bis dahin bleibt zu hoffen, das Angebote wie Freenet FUNK nicht vom Markt verschwinden.

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