Störsender gegen Internet-Preisvergleich in Elektronikmärkten?

Golem berichtet, dass ein Mitarbeiter eines Elektronikmarktes in einer RTL-Dokumentation geäußert hat, dass Störsender eingesetzt werden, damit Kunden nicht mehr so einfach die Ladenpreise mit Internetpreisen vergleichen können. Ich persönlich halte das für eine gewagte These: zwar mögen einige Läden aufgrund ihrer Bauweise den Handyempfang nicht gerade begünstigen, echte Störsender wären aber zu riskant. Der Image-Schaden, wenn sich solche Informationen als wahr herausstellen, wäre zu groß. Dazu kommen rechtliche Probleme, einen Handy-Störsender darf man nicht mal eben ohne Genehmigung betreiben.

Für die Elektronikmärkte ist der mobile Online-Preisvergleich natürlich eine unangenehme Möglichkeit, oft werden Kunden auch auf Basis der Internetpreise feilschen wollen – was auch durch die entsprechende Werbung begünstigt wird. Kleinere Läden können mit guter Beratung punkten bzw. Produkte anbieten, die sich nicht ohne weiteres Online beziehen lassen. Die Großen der Branche nutzen diese Möglichkeit aber meist nicht, der Vorteil des Ladengeschäfts ist für den Kunden nicht sofort ersichtlich und damit werden auch ähnliche Preise erwartet.

Eine legal genutzte Möglichkeit, um Preisvergleiche zu erschweren, sind leicht geänderte Produktnamen (die gegebenenfalls auch andere Funktionen bedingen). Dies bietet gleich zwei mögliche Vorteile: wenn es sowohl Produkt XY 1234-A und Produkt XY 1234-B gibt, erschwert das nicht nur den Preisvergleich, sondern auch das Auffinden von Produkttest. Letzteres ist wichtig, falls sich hinter den minimal anderen Bezeichnungen deutlich andere Produkte verstecken.

Der Kampf zwischen Ladengeschäften und Internet wird weiter gehen – ob es soweit geht, dass technische Maßnahmen im Laden die Handynutzung unterbinden, ist offen. Vielleicht sind einige Märkte tatsächlich so verzweifelt, dass sie über solche Lösungen nachdenken.