NodeMCU ESP8266: Feinstaubwerte selbst messen

Das Projekt „Luftdaten.info“ sammelt Feinstaub-Messwerte auf Basis von privaten Mess-Stationen, die von engagierten Nutzern betrieben werden. Ich habe eine solche Station auf dem Balkon eingerichtet.

ES8266 mit Feinstaub-Sensor

ESP8266 mit Feinstaub-Sensor

Die Einzelteile können entweder mit entsprechender Wartezeit über AliExpress bestellt werden (die Einzellieferungen liegen unter der Zollgrenze und werden mit der Deutschen Post zugestellt) oder für etwas höhere Preise bei Amazon bestellt werden.

Basis bildet ein ESP8266 Mikrocontroller, der mit der Arduino IDE angesprochen werden kann und einfach geflasht werden kann: unter Linux reicht es, den Controller mit einem Micro-USB-Kabel anzuschließen und den richtigen Port in den Flash-Befehl einzutragen. In meinem Fall war der ESP8266 unter /dev/ttyUSB0 zu finden.

Nachdem man über die Arduino IDE die Tools für den ESP8266 heruntergeladen hat (was nach dem hinzufügen von „http://arduino.esp8266.com/stable/package_esp8266com_index.json“ als zusätzliche Boardverwalter-URL in den Einstellungen und danach einer Suche nach „esp8266“  unter „Werkzeuge -> Board … -> Boardverwalter“ einfach zu bewältigen ist), kann man den Flash-Vorgang starten.

Der Befehl dafür lautet unter Linux beim Port /dev/ttyUSB0:

~/.arduino15/packages/esp8266/tools/esptool/0.4.13/esptool -vv -cd nodemcu -cb 57600 -ca 0x00000 -cp /dev/ttyUSB0 -cf ~/Downloads/latest_de.bin

Live-Sensor-Daten

Nach dem erfolgreichen Flashen kann man unter http://192.168.4.1/ die Konfiguration durchführen und die Verbindung zum heimischen WLAN herstellen. Danach erreicht man den Sensor aus dem heimischen Netzwerk unter http://feinstaubsensor-{Sensor-ID}.local/. Dort kann man die Live-Daten der Sensoren abfragen.

Außerdem können die Dienste, zu denen die Messdaten übermittelt werden, konfiguriert werden. Standardmäßig werden die Daten an Luftdaten.info übermittelt, ebenfalls sinnvoll ist die Übermittlung an das Projekt Opensensemap.org. Dort werden Daten von verschiedenen Sensoren gesammelt, die nicht nur auf die Feinstaub-Belastung achten, sondern auch Daten wie Luftdruck oder UV-Intensität ermitteln. Der Zugriff auf die Daten selbst steht dann wiederum der Allgemeinheit offen. Derzeit (Stand 15.04.2018) sind 1.620 Sensoren in der Datenbank hinterlegt.

Meine Messstation ist natürlich ebenfalls auf OpenSenseMap.org hinterlegt. Leider gibt es keine einfache Möglichkeit, den Sensor mit einer Solarzelle zu betreiben, daher verwende ich eine zum Glück auf meinem Balkon vorhandene Steckdose. Sollte ich einen Weg finden, den Sensor ohne USB-Netzteil zu verwenden, werde ich diesen Beitrag aktualisieren.

Daten für Eigenbedarf & die Gemeinschaft

Für ca. 30,- Euro und etwas Zeitaufwand bekommt man eine praktische Messstation, die sowohl Luftfeuchtigkeit, Temperatur als auch Feinstaub in zwei Größen (PM2.5 und PM10, 2,5 µm bzw. 10 µm Partikelgröße) protokollieren kann. Mit dem entsprechenden Sensor kommt auch noch Luftdruck dazu.

Wer sich jetzt inspiriert fühlt und selbst eine entsprechende Sensor-Station einrichten will, kann die Teile auch bequem bei Amazon bestellen – die Lieferzeiten sind aber bei kostenlosem Versand nicht wirklich besser als über AliExpress. Auf jeden Fall sollten die Daten dann auch den genannten Projekten zur Verfügung gestellt werden.

Falk Jeromin

Blogger, Gamer, Digital Native! Seit Ende der 1990er mit eigenen Projekten online. Auf kadder.de geht es vor allem um IT-Themen, Nginx, Android und alles andere Digitale.

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