Congstar LTE: mit VoLTE & Wifi-Call, aber reduzierter Geschwindigkeit

Nachdem Congstar als Telekom-Tochter lange Zeit bezüglich der LTE-Nutzung limitiert war, hat sich die Situation mittlerweile gebessert: aktuelle Vertrags-Tarife unterstützen sowohl Voice-over-LTE (VoLTE) als auch Wifi-Calling.

Congstar SIM-Karte
Congstar SIM-Karte

Nach dem LTE-Freischaltung (abgesehen von den legendären 7,2 MBit/s im alten 9-Cent-Tarif) im Frühjahr 2018 noch Eingeschränkt war, gibt es mittlerweile abgesehen von der Geschwindigkeit keinen Nachteil mehr: wer ein passendes Endgeräte besitzt, kann mit entweder 25 MBit/s oder gegen Aufpreis von 3,- Euro/Monat 50 MBit/s LTE inklusive Wifi-Calling benutzen.

Für mich kam die Ankündigung im Congstar-Forum genau richtig: mein Telekom-Magenta-M-Vertrag läuft aus, und nachdem die Gesetzgebung bezüglich der Limitierung von Mobilfunkverträgen auf 12 Monate nicht voran kommt, wollte ich mich nicht lange binden. Rein von der Abdeckung bin ich mit der Telekom aber sehr zufrieden, sodass es jetzt erst einmal (wieder) die günstige Tochter geworden ist.

Mit dem verdoppelten Download kommt auch ein verfünffachter Upload von 25 MBit/s statt 5 MBit/s, wann dann vielleicht doch bei dem einen oder anderen Instagram-Post hilfreich ist. Nach dem Verbrauch des Datenvolumens drosselt Congstar leider (wie eigentlich alle Anbieter abgesehen von einigen O²-Tarifen) recht hart auf 64 Kbit/s download und 16 KBit/s upload. Zwar konnte man vor 20 Jahren damit das Internet benutzen, heutzutage reicht das aber vielleicht für eine Push-Benachrichtigung, aber nicht für sinnvolle Nutzung.

Dieses Feature ist vor allem dann spannend, wenn man Zuhause oder im Büro nicht den perfekten LTE-Empfang hat, aber dennoch mit WLAN versorgt ist. Außerdem kann man so günstig im Ausland (auch außerhalb des Roamings) unter seiner deutschen Nummer erreichbar sein, vorausgesetzt man ist in ein örtliches WLAN eingebucht (was es eigentlich in allen Ländern problemloser gibt als in Deutschland, die immer noch in den Köpfen verankerte „Störerhaftung“ sei dank).

Was leider noch fehlt: die Möglichkeit einer Multi-SIM mit gleicher Rufnummer (gerne auch als eSIM, was Congstar grundsätzlich unterstützt). Wer eine Apple-Watch mit LTE verwenden will, ist also weiterhin auf einen Vertrag direkt bei der Telekom (oder eben Telefonica oder Vodafone) angewiesen. Ausgehend davon, wie lange Congstar gebraucht hat um die LTE-Funktionen VoLTE und Wifi-Calling anzubieten, rechne ich nicht vor 2022 mit der entsprechenden Unterstützung.

Speedtest
Telekom-LTE

Ab dem 04.05. kann ich diesen Beitrag dann mit einem Geschwindigkeitsvergleich zwischen Congstar und original Telekom-LTE anreichern – sowohl die 50 MBit/s bei Congstar als auch die 300 MBit/s bei der Telekom sind ja jeweils Maximalwerte, die das Netz erst einmal erreichen muss.

In einem Speedtest im Telekom-LTE-Netz (den ich als „Baseline“ für die weitere Betrachtung erstellt habe) werden mit einem iPhone 11 Pro 233 MBit/s Download und 12 MBit/s Upload erreicht – den Upload sollte Congstar auch erreichen, der Download sollte auf 50 MBit/s gedrosselt werden.

Für gut 30,- Euro im Monat bei 12 GB Datenvolumen liefert Congstar sicherlich nicht das billigste Angebot im Telekom-Netz, soweit ich gesehen habe aber die besten Kombination aus Geschwindigkeit (50 MBit/s), Netzabdeckung (Telekom LTE), Features (VoLTE & WiFi-Calling) sowie eine kurzes Vertragslaufzeit von einem Monat. Wie sehr mich die fehlende Unterstützung der Apple Watch stören wird, werde ich im Sommer merken.

UPDATE 04.05.2020: Immer noch kein Betreiberlogo bei Congstar auf iPhone

Congstar: traditionell ohne Betreiberlogo
Congstar: LTE ohne Betreiberlogo, auch im Jahr 2020

Bereits vor etlichen Jahren gab es den Effekte, dass eine Congstar-SIM auf dem iPhone kein Betreiberlogo dargestellt hat. Daran hat sich in den letzten 8 Jahren (!) anscheinend nichts geändert, nach wie vor muss man den „leeren“ Provider auswählen (oder dem Handy die Wahl überlassen)

Speedtest Congstar Fairflat mit LTE 50 Option
Speedtest Congstar Fairflat mit LTE 50 Option

In der Praxis ergeben sich daraus keine Nachteile: die Empfangsbalken werden regulär dargestellt, der Provider wird mit der Notch bei aktuellen iPhone eh nicht dargestellt. Übrigens: Auf Android-Geräten wie dem Xiaomi Redmi Note 5 („whyred“) wird der Provider korrekt mit „congstar“ dargestellt.

Die Drosselung auf 50 MBit/s funktioniert wie beworben: beim Speedtest sieht man, wie die Geschwindigkeit zuerst etwas höher liegt und dann limitiert wird. Der Upload ist an meinem Standort auch mit einem Original-Telekom-Vertrag schwächer als angepriesen, aber mit > 10 MBit/s vollkommen ausreichend.

Insgesamt liefert Congstar ein rundes Paket für maximal 30,- Euro im Monat mit nur einem Monat Kündigungsfrist mit LTE und ausreichender Geschwindigkeit. Einzig „Visual Voicemail“ als iPhone-Feature fehlt, ansonsten ist die „Ausstattung“ vergleichbar mit den original Magenta-Tarifen der Telekom.

Ich werde jetzt erstmal bei dem günstigen kleinen Bruder der Telekom bleiben und mir anschauen, wie sich die Tarife entwickeln.