Streamcam: Webcam für Homeoffice und Streaming?

Webcams sind aktuell durch die Corona-Pandemie und des plötzlichen Anstiegs von Arbeitnehmern im Homeoffice ein begehrtes Gut. Logitech hat mit der Streamcam ein spannendes Modell auf den Markt gebracht, welches vor allem durch Full-HD-Videostreaming mit 60 Fps auffällt.

Logitech Streamcam, zum Größenvergleich: Apple iPhone 11 Pro

Mit rund 160,- Euro fällt die Streamcam nicht günstig aus: zum Teil wird der Preis dadurch entstehen, dass durch die aktuelle Situation die Liefersituation nicht ganz so einfach ist, zum Teil liegt es daran, dass die Streamcam gerade erst neu auf den Markt gekommen ist.

Mein Exemplar habe ich bei Media-Markt.de bestellt, Amazon und andere Shops haben die Webcam auch im Angebot – die Lieferzeiten variieren etwas, grundsätzlich sollte es aber keine Probleme geben, dass Modell zu beschaffen.

Anschluss: nur per USB-C

Wer sich die Logitech Webcam anschafft, sollte sich darüber im klaren sein, dass sie nur per USB-C angeschlossen werden kann. Das ist zwar bei aktuellen PCs und Notebooks (bei Macs sowieso nicht) in der Regel kein Problem, aber wer über keinen entsprechenden Anschluss verfügt benötigt gegebenenfalls einen Adapter. Mein schon etwas in die Jahre gekommene Asus Gene VIII mit Intel Z170-Chipsatz verfügt zum Beispiel schon über einen entsprechenden Anschluss, realisiert über einen Extra-Chip von ASMedia, der USB 3.1 mit 10 Gbit/s liefert. Wie es scheint, ist das für die volle Auflösung zu wenig, zumindest gibt es Probleme die Kamera zu erkennen, sobald man 1080p/60 ausgewählt hat. Ob das an den Treibern liegt oder wo die Schwachstelle im Setup liegt, habe ich noch nicht heraus gefunden.

USB-C-Kabel der Logitech Streamcam

Das Kabel ist zudem fest montiert und kann dadurch nicht getauscht werden. Sollte es kaputt gehen, ist die Kamera irreparabel defekt – obwohl es einen stabilen Eindruck macht, ist dies definitiv eine Schwachstelle.

Die Länge ist mit 1,5 Metern ebenfalls nicht übermäßig lang und kann mit einem PC unter dem Schreibtisch schon etwas knapp werden, wenn die Kamera oben auf dem Bildschirm montiert werden soll. Wer ein längeres Kabel benötigt, muss sich ein Verlängerungskabel besorgen – für gut 10,- Euro gibt es entsprechende USB-C-Kabel bei Amazon.

Logitech Streamcam: technische Daten

Unterstützte Auflösungen:1920×1080, 1280×720, 960×540, 848×480, 640×360, 320×240
Unterstützte Bildfrequenz:MJPEG: 60 fps, 30 fps, 24 fps, 20 fps, 15 fps, 10 fps, 7.5 fps, 5 fps
YUY2, NV12: 30 fps, 24 fps, 20 fps, 15 fps, 10 fps, 7.5 fps, 5 fps
Objektiv:Hochwertiges Full HD-Glasobjektiv, f/2.0 – Brennweite 3,7 mm, Sichtfeld: 78 Grad (diagonal)
Fokus:Autofokus (10 cm bis unendlich)/Gesichts-Autofokus mit Logitech Capture
Integriertes Audio:Zwei Mikrofone mit Kugelcharakteristik und Filter zur Geräuschunterdrückung 
Stereo- oder Dual-Mono-Kanal
Maße mit Monitorhalterung:Höhe x Breite x Tiefe: 85 mm x 58 mm x 48 mm
Gewicht: 222 g

Verwendet man ein aktuelles Windows oder MacOS, benötigt man weitere keine Software – auch wenn die Logitech Capture-Software noch weitere Einstellungsmöglichkeiten mitbringt, funktioniert die Webcam zumindest fürs Homeoffice ohne Probleme (getestet mit Zoom, Slack und Skype). Wer den Hintergrund austauschen oder auch nur eine Unschärfe ins Bild bringen will, muss jedoch die Software installieren.

Hochkant-Modus für Social-Media

Logitech Streamcam hochkant in der Halterung

Wer viele Videos für Social-Media-Plattformen produziert, kann diese Webcam auch hochkant benutzen – leider geht dieser Modus wirklich nur, wenn man die Möglichkeit hat, das Bild im 90° zu drehen. Das ist Schade, da diese Ansicht auch für Videokonferenzen ohne weitere Software praktisch wäre, wenn man den Kollegen nicht ganz soviel vom eigenen Arbeitsplatz preisgeben will.

Der Modus ist schnell gewechselt, die Kamera wird dabei einmal aus der Halterung genommen und wieder zurück gesteckt.

Streamcam im Alltag: kann die Webcam liefern?

Logitech Capture Software für die Webcams unter Mac OS

Da in diesem Fall ein Video mehr sagt als tausend Worte, habe ich mich einmal ins Hawaii-Hemd geschmissen und mittels OBS ein kurzes Video aufgenommen. Oben Links: die im Macbook Pro 2018 integrierte Facetime-Kamera mit 720p, unten rechts die Logitech Streamcam. Beides parallel aufgenommen, der Ton kommt komplett aus der Streamcam. Die Bedingungen ohne Tageslicht waren sicher nicht Optimal, aber man kann schon erkennen, dass die Logitech-Webcam ein besseres Bild liefert. Die Farben könnten zudem etwas kräftiger sein in den Standard-Einstellungen, das Hawaii-Hemd ist noch nicht so verwaschen wie es im Video vielleicht den Eindruck macht.

Zum Starten des Videos 2x auf Play drücken

Logitech Streamcam: vorläufiges Fazit

Mit 160,- Euro nicht günstig, die Webcam ist dafür aber recht solide und liefert ein deutlich besseres Bild als die integrierte Kamera meines Macbooks (und auch ein besseres Bild als die Kamera eines Lenovo T480s). Etwas zickig scheint sie zu sein was die USB-C-Ports angeht, angeschlossen an den ASMedia-Controller meines Z170-Boards stand die höchste Auflösungs-FPS-Kombination nicht zur Verfügung bzw. führte dazu, dass die Kamera nicht mehr gefunden wurde.

Am Macbook Pro mit Thunderbolt-3-Ports war das hingegen kein Problem, hier steht auch genügend USB-Bandbreite zur Verfügung. Verwendet man einen aktuellen PC, sollte es jedoch keine Probleme geben.

Etwas schade auch das fehlen eines in der kostenlosen Logitech-Software integrierten Modus zum „blurren“ (unscharf-machen) des Hintergrunds. Hierfür müsste man XSplit installieren, was wiederum nur als 3-Monats-Testversion beiliegt – etwas unverständlich bei einem so teuren Produkt.

Ich werde die Kamera jetzt weiter im Alltag „testen“ bzw. schlicht benutzen und meine Erfahrungen hier teilen – vielleicht schaffe ich es auch, noch weitere Videos zu erstellen zu unterschiedlichen Themen.