Android 3.0 Tablets verzögern sich – Apples iPad 2 ohne Konkurrenz?

Anscheinend verzögert sich die Masse der Android 3.0 Tablets weiter. Während das Motorola Xoom im April beider Telekom startet (und auch dort preislich nicht mit dem iPad konkurrieren kann) verzögern sich die Alternativen aus dem Android-Lager anscheinend weiter. Das jedenfalls berichtet Digitimes (und auch die Regale bei den Händlern zeigen ein entsprechendes Bild). Demnach sollen verschiedene Faktoren die Markteinführung verzögern: Android 3.0 sei noch zu instabil,  die Verkaufszahlen des Xoom seien zu schlecht, die Verfügbarkeit von Teilen durch die Japan-Katastrophe sei ebenfalls schlecht und die Marke „Android“ lade nicht zum Kauf ein.

Klingt alles ein wenig dubios. Meine Vermutung: die Tablet-Hersteller jenseits von Apple haben Probleme mit der Preisgestaltung, nachdem sich kein Hersteller hat durchringen können, entsprechende Komponenten in der Masse zu kaufen, wie es Apple getan hat. Dadurch ist der Apfel-Konzern nun in der sehr entspannten Lage, selbst die Preissteigerungen durch das Erdbeben in Japan aus eigener Kasse ausgleichen zu können. Auch wenn es nicht passend ist in einem Android-Blog: derzeit führt kein Weg an Apple vorbei, wenn es um Tablets gibt.

Flash 10.2 für Android 2.x – als Beta auch für Android 3.0

Die versprochene Flash-Integration für Android 3.0 „Honeycomb“-Tablets scheint Formen anzunehmen: im Android Market gibt es nun die Version 10.2, welche unter Android 3.0 eine bessere Integration in den Browser bringen soll sowie Unterstützung für Dual-Core-CPUs, wie sie in vielen Tablets eingesetzt werden. Unter Android 2.2 und 2.3 fallen die Änderungen kleiner aus, aber auch hier soll das Scrolling in Webseiten, die Flash verwenden, verbessert worden sein. Eine Einschränkung gibt es aber: für Android 3.0 steht nur eine Beta-Version zur Verfügung – liest man die Testberichte des Motorola Xoom, scheint das ein allgemeines Problem des Tablets zu sein.

Bleibt eigentlich nur die Frage, wo die Android-3.0-Tablets bleiben: das Motorola Xoom soll zwar im April auf den Markt kommen, aber von den angekündigten Geräten der Mitbewerber wie HTC oder Samsung ist noch nichts zu sehen. Schade, denn so bleibt Apple mehr Zeit, das iPad 2 zu etablieren, welches ab dem 25. März auch in Deutschland verkauft wird.

Motorola Xoom zuerst exklusiv bei der Telekom

Anscheinend wird es auch bei den kommenden Android-3.0-Tablets exklusive Deals geben. So hat die Telekom bekannt gegeben, dass das Motorola Xoom ab April erst einmal nur beim Bonner Konzern verfügbar sein wird – für 699,95€ (allerdings noch unklar, ob mit oder ohne Vertrag). Auch ob es einen Net- bzw. SIM-Lock geben wird ist noch nicht klar, technisch wären die Möglichkeiten dafür wahrscheinlich gegeben.

Damit liegt der Preis ungefähr auf dem Niveau des US-Marktes, wo das Xoom für 800 US-Dollar angeboten wird. Auf der Cebit können Interessenten das Tablet am Telekom-Stand ausprobieren – im April kann man es dann auch kaufen. Wie sich der Markt der Tablets entwickelt ist damit weiter offen – ob die anderen Hersteller wie Samsung oder HTC auch exklusive Deals mit Netzbetreibern abschließen ist ebenfalls noch offen.

Tablets – wohin geht die Reise?

Nachdem gestern HP das „Touchpad“ vorgestellt hat, ist ein neuer Big-Player in den Tablet-Markt eingestiegen. Doch welches System wird das Rennen machen? Fünf wesentlicher Lage zeichnen sich ab: Microsoft mit Windows 7 (Intel) Tablets, Apple mit dem iPad (wo das iPad 2 bald auf den Markt kommen soll), Google mit Android 3.0 „Honeycomb“, Intel/Nokia mit MeeGo sowie jetzt eben neu dabei HP mit WebOS.

Dabei sind die Ansätze deutlich unterschiedlich: Apple und HP setzen eher auf geschlossene Systeme, Android und Meego haben Open-Source-Wurzeln und Microsoft hat mit Windows zwar ein geschlossenes Betriebssystem im Rennen, auf diesem können aber eine Vielzahl an Anwendungen benutzt werde – solange nicht die für Windows 8 geplante ARM-Version auf den Markt kommt.

Doch welche Tablet-Plattform wird das Rennen machen? Alle Plattformen werden von Firmen unterstützt, die die nötigen finanziellen Mittel haben, eine Plattform langfristig vorran zu treiben. Doch für was sich die User letzten Endes entscheiden, hängt noch von anderen Faktoren ab – unter anderem der „Coolness“, die Apple anscheinend besitzt. Außerdem hängt es natürlich von den Preisen ab, die die jeweiligen Hersteller verlangen – derzeit orientiert man sich an Apple, aber mit mehr Marktteilnehmern werden sich hoffentlich auch die Preise nach unten bewegen.

Welche Tablet-Plattform wird das Rennen machen? Wir werden es wahrscheinlich Ende 2011 wissen.

Samsung Galaxy Tab – muss sich das iPad warm anziehen?

Eines der interessantesten Tablet-Varianten, die dem iPad Paroli bieten wollen, hat den Handel erreicht: das Samsung Galaxy Tab ist zu Preisen ab 640,- Euro bei den Händlern gelistet, Chip Online zeigt einen ersten Test sowie Bilder vom Gerät. Im Gegensatz zum iPad ist das Galaxy Tab deutlich kleiner (7″ Display statt 9,7″) sowie leichter (nur 380 Gramm). Die Ausstattung ist aber komplett: 1 GHz ARM8-CPU, 512 MB RAM, 1024×600 Pixel Auflösung sowie GPS, WLAN und 3G-Support. Als Betriebssystem kommt Android 2.2 inklusive Flash-Support zum Einsatz, noch in diesem Jahr soll ein Update auf Android 3.0 verfügbar sein.

Preislich positioniert sich das Galaxy Tab sehr ambitioniert sogar noch etwas oberhalb des iPads: die 16 GB-Version mit UMTS bringt es auf 649 Euro im Preisvergleich, das iPad 16 GB WiFi + 3G kostet 570 Euro. Dafür bekommt man bei Samsung ein Gerät, welches auf die offenere Plattform setzt und mit Speicherkarten erweitert werden kann. Außerdem werden die Marktpreise wahrscheinlich in nächster Zeit noch sinken, ähnlich wie man es bei Samsungs Smartphone Galaxy S beobachten konnte.