Samsung GT-S5300: was kann mit Android 2.3.6 in 2021 noch anstellen?

Durch einen Zufall ist mit ein Samsung GT-S5300 Smartphone in die Hände gefallen, welches auch noch über einen funktionierenden Akku verfügt – Grund genug, eine SIM-Karte in einen Adapter zu packen und zu schauen, was sich im Jahr 2021 mit einem Handy aus 2012 noch anfangen lässt.

Samsung GT-S5300: Google Maps sah 2012 noch anders aus.

Zuerst zu den wichtigsten technischen Daten: das Samsung GT-S5300 ist im Verhältnis zu heutigen Smartphones geradezu winzig ein 2,8″-Display zeigt 240×320 Pixel, das ganze Gerät ist mit 10,4cm x 5,75cm x 1,2cm ungefähr ein drittel so groß wie ein aktuelles iPhone oder Android-Smartphone. Die ARM11-CPU taktet mit 823 MHz und die letzte Verfügbare Android-Version ist 2.3.6 „Gingerbread“. Theoretisch ist es 3G-fähig, nachdem in Deutschland sich die Netzbetreiber von diesem Standard aber in diesem Jahr verabschiedet haben, ist nur noch 2G und EDGE möglich.

Der praktische Nutzen ist damit natürlich sehr eingeschränkt im Jahr 2021 – und damit noch nicht genug der Nachteile.

Was funktioniert – was nicht?

Zuerst das positive: die grundlegenden Funktionen wie Telefonie oder SMS funktionieren noch, so viel technische Weiterentwicklung hat es nicht gegeben in den vergangenen neun Jahren. Auch das berechnen einer Route mit Google Maps hat geklappt, die größte Hürde sind dabei die sehr kleinen Buchstaben auf dem Display. Die heute selbstverständliche Google Maps Navigation war 2012 übrigens als Beta gekennzeichnet – zum Glück ein Produkt, welches Google zu Ende entwickelt hat und auch über die Jahre nicht aufgegeben hat.

Der Browser funktioniert im Grunde auch noch. Android 2.3.6 wird von den meisten Webserver bzw. deren SSL-Konfiguration nicht mehr unterstützt. Google bietet die Suche noch in HTTP/1.1 an (mit HTTP/2 weiß der Browser auf dem Samsung GT-S5300 natürlich auch nichts anzufangen).

Die Kamera kann man ebenfalls noch nutzen, allerdings sind 2 Megapixel heutzutage eher wenig (auch wenn Apple nicht mehr als 12 Megapixel in die Kamera packt).

Die Anmeldung bei Google schlägt übrigens fehl, trotz korrektem Passwort: nach einer weile habe ich eine SMS bekommen mit dem Hinweis, dass Jemand mit dem Passwort für mein Google-Konto davon abgehalten wurde, sich anzumelden – anscheinend ist Google davon ausgegangen, dass das kein valider Login-Versuch gewesen sein kann. Laut wikipedia lässt Google schlicht keine Logins mehr zu von Geräten mit „Gingerbread“, Android 3.0 ist seit dem 27. September 2021 die Mindestvoraussetzung.

Kann ein 9 Jahre altes Smartphone noch sinnvoll benutzt werden?

Die Antwort ist einfach: man kann zwar Telefonieren und SMS verschicken, von den „smarten“ Funktionen lässt sich kaum noch etwas benutzen – abgesehen von Google Maps und Webseiten, die kein HTTPS erfordern. Was faszinierend bleibt: vor fast 10 Jahren war es schon technisch möglich, Smartphones sehr klein und handlich zu bauen, nur scheint dies keinen Markt gefunden zu haben. Kaufen kann man so ein Samsung GT S5300 übrigens für ca. 30,- EURO auf eBay, falls man selbst noch einmal das nostalgische Feeling eines 9 Jahre alten Android-Geräts erleben will.

Spannend wäre jetzt für mich, wie ein iPhone aus der Zeit noch performen würde: das iPhone 4S oder das iPhone 5 passen waren jeweils aktuell in diesem Jahr. Allerdings müsste man dann die jeweilige Release-iOS-Version vergleichen, da ein Vergleich von iOS 10 und Android 2.3.6 wohl eher unfair für Android ausfallen würde.

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