Android: Umgehen Hersteller „Project Treble“?

Mit „Project Treble“ soll sich die Update-Problematik in der Android-Welt verbessern – leider gibt es die volle Funktionalität nur für Geräte, die mit Android 8.0 „Oreo“ ausgeliefert wurden.

Sony Z3 Compact mit Android 7.1.2 - nur über Custom-ROMs möglich
Sony Z3 Compact mit Android 7.1.2 – nur über Custom-ROMs möglich
Fast entsteht der Eindruck, die Hersteller versuchen Treble absichtlich zu bremsen: selbst Geräte, die erst im Jahr 2018 (und damit nach erscheinen von Android 8.1) vorgestellt werden, werden vom Hersteller zuerst mit Android 7.x ausgeliefert – nur um dann zeitnah mit einem Android 8.x-Update versorgt zu werden.

Damit profitieren Käufer dieser Geräte zwar von der neuen Android-Version, bekommen jedoch nicht die die restlichen Vorzüge, vor allem schnellere Updates auf folgende Android-Versionen. Schnellere Updates – gerade auch für Geräte unterhalb der High-End-Modelle – wären für viele Kunden eine positive Entwicklung. Aus Hersteller-Sicht scheint dies nicht ganz so wünschenswert zu sein: ansonsten würden die Hersteller wie HMD Global ihre Geräte direkt mit „Oreo“ ausliefern.

Dies betrifft nur noch den Hersteller der Nokia-Smartphones: auch Motorola oder Samsung haben ihre Modelle nicht mit der dazu aktuellen Android-Version auf den Markt gebracht. Gerade abseits der Top-Modelle kann „Project Treble“ helfen.


Smartphone-Hersteller nicht in der Lage, Android-Updates anzubieten?

Anscheinend sind die Smartphone-Hersteller nicht willens oder in der Lage, Updates für ihre Geräte anzubieten, auch wenn es bereits neue Android-Versionen gibt, die lauffähig wären. Anders lässt es sich nicht erklären, dass immer noch über 60% aller Android-Geräte mit Android 1.5 bzw. 1.6 arbeiten – 2.1 ist die aktuelle Version, die als modifizierte Version auch auf älteren Geräten wie dem T-Mobile G1 funktioniert.

Die Frage ist also: warum gibt es keine Updates seitens der Hersteller? Mögliche Gründe:

  • Neue Geräte mit neuer Software sollen verkauft werden
  • Der Aufwand, herstellereigene Änderungen am Android-OS zu portieren ist zu groß
  • Den Herstellern ist es schlicht egal, was die Kunden wollen

Punkt 3 wird auf jeden Fall eine Rolle spielen, ansonsten gäbe es Updates direkt von den Herstellern. So schauen die Kunden der ersten Android-Smartphone-Generation in die Röhre, und die potentiellen Kunden der aktuellen Version sind abgeschreckt, da sie nicht wissen, wie es weitergeht. Hauptkonkurrent Apple versteht es dagegen, dass auf alle drei Iphone-Varianten ein und die selbe Software läuft, nur limitiert wenn etwas an Hardware fehlt (wie zum Beispiel der Kompass des 3GS oder GPS). Warum ist dies nicht in der Android-Welt möglich?

Quelle: Android Plattform Versions