Cubietruck: TVHeadend und BitTorrent Sync

Da mir mein Raspberry Pi für einige Aufgaben zu langsam war, musste etwas schnelleres, aber dennoch stromsparendes her: ein Cubietruck bzw. Cubieboard 3 war die Lösung für mich.

Der Vorteil: durch einen Dualcore Allwinner A20 Cortex A7 SoC mit 1 GHz sowie 2 GB RAM hat das Cubietruck-System deutlich mehr Leistung als der Raspberry Pi. Für den Einsatz mit BitTorrent Sync ist der SATA-Port ideal: in meinem Fall habe ich eine Hitachi HDD mit einem Terabyte angeschlossen.

Cubietruck im
Cubietruck im „Gehäuse“ mit 2,5″-HDD

Das Cubieboard 3 bzw. Cubietruck ist wie alle ARM-basierten Mini-PCs sehr genügsam, was den Stromverbrauch angeht. Zwar wird ein Netzteil mit 15 Watt empfohlen beim Einsatz einer Festplatte, das Apple-Netzteil vom iPad 3 mit 10 Watt schafft es aber, das System stabil zu betreiben.

Als Betriebssystem setze ich auf Cubieez Server in der aktuellen Version 1.5 – der RAM-bedarf ist per Default sehr niedrig, ideal um weitere Dienste auszuführen.

TVHeadend 3.4 auf Cubietruck

TVHeadend 3.4 auf Cubietruck
TVHeadend 3.4 auf Cubietruck
Ein Problem hat sich beim installieren von tvheadend 3.4 ergeben: die Version für Raspberry Pi wurde nicht via apt-get gefunden. Die „Lösung“: selbst kompilieren, eine Anleitung dafür gibt es auf der tvheadend-Projektseite. Dank der vorhandenen Leistung läuft es in wenigen Minuten durch, ich habe ein Paket gebaut welches einfach installiert werden kann (ohne Garantie, dass es auf jedem System funktioniert):

Wer tvheadend aus dem aktuellen GIT-Repository selbst bauchen will, muss dafür nur die folgenden Schritte durchführen:

  1. Den aktuellen Stand von GitHub herunterladen und entpacken
  2. In dem Verzeichnis tvheadend-master ./configure starten. Dabei werden wahrscheinlich alle möglichen Pakete nicht gefunden, die man nach installieren muss. ./configure einfach so lange wiederholen, bis keine Pakete mehr fehlen.
  3. Als letztes ./Autobuild.sh -t debian im tvheadend-Verzeichnis ausführen. Dabei wird eine .deb-Datei im übergeordneten Verzeichnis erstellt, die dann mit dpkg -i tvheadend-*.deb installiert werden kann.

Bei meinem letzten Versuch mit dem aktuellen Stand vom 26. Mai 2015 hatte das erstellte Paket keine Versions-Nummer – das ist aber soweit unproblematisch, ausführen ließ es sich trotzdem. Das das auf jedem System funktioniert ist natürlich nicht garantiert.

Aufrufen kann man die Konfiguration dann über den tvheadend-Standard-Port: http://localhost:9981, bzw. „localhost“ durch die IP des Cubietruck ersetzen.

Update 01.09.2015: tvheadend 4.0.x erschienen

Bereits im Mai 2015 ist die neue tvheadend-Version mit der Versionsnummer 4.0 erschienen. Im Wesentlichen funktioniert die neue Version wie die bisherige – nur das Transcoding ist aktuell noch nicht in allen Versionen integriert und klappt unter Mac OS X noch nicht. Wie bisher kann tvheadend dazu verwendet werden, ein Fernsehsignal von einem DVB-C-, DVB-T- oder IPTV-Signale im Netzwerk weiter zu verteilen.

Nachdem tvheadend installiert ist, entspricht die Einrichtung der auf dem Raspberry Pi. Das Ergebnis: statt ~90% CPU-Auslastung durch tvheadend auf dem (übertakteten) Raspberry Pi braucht tvheadend auf dem Cubietruck nur gut 30% CPU-Leistung.

BitTorrent Sync auf Cubietruck

BitTorrent Sync auf Cubietruck
BitTorrent Sync auf Cubietruck
Die vorhandene CPU-Leistung kann dazu genutzt werden, auf dem Cubietruck eine BitTorrent-Sync-Node zu installieren. Durch den SATA-Anschluss lässt sich eine 2,5-Zoll-Festplatte installieren, das von mir verwendete Apple-Netzteil mit 10 Watt reicht dafür aus. Für BitTorrent-Sync gibt es fertige, wenn auch inoffizielle Pakete für ARM – damit lässt sich die Installation einfach bewältigen.

Nach erfolgreicher Installation von BitTorrent Sync kann man unter http://ip-adresse-des-cubietruck:8888 die BitTorrent-Sync-Oberfläche aufrufen und Verzeichnisse die synchronisiert werden soll hinzufügen. Wenn man auf die Dateien aus dem Internet zugreifen will muss man zusätzlich noch Owncloud oder Seafile installieren.

Fazit Cubietruck

Zwar nutze ich derzeit die Möglichkeiten des Cubietruck noch nicht komplett aus (dank des HDMI-Anschluss und des IR-Ports ließe sich auch ein Mediacenter darauf aufbauen), für meine Ansprüche und mein Ziel, einen tvheadend- sowie BitTorrent-Sync-Server mit möglichst wenig Stromverbrauch zu bekommen ist der Cubietruck allerdings ideal. Da das Betriebssystem auf Micro-SD-Cards abgelegt ist werde ich in Zukunft noch ein wenig experimentieren – und die einmal eingerichtete „wichtige“ SD-Card immer gegen andere tauschen.

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